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Presa Canario, Dogo Canario und Alano Der Presa Canario und der Dogo Canario waren bis zur Anerkennung durch den FCI (Federation Cynologique Internationale) 2001 noch ein und dieselbe Hunderasse. Vor der Anerkennung durch den FCI war die einzige Bezeichnung dieser alten Hunderasse „Perro de presa Canario“, was übersetzt so viel wie „Kanarischer Packer“ bedeutet. Da diese traditionelle und ursprüngliche „Arbeitsbezeichnung“ innerhalb des FCI nicht erwünscht war, wurde „Perro de Presa“ durch „Dogo“ ersetzt. Eine Entscheidung des FCI`s, die rückblickend nicht sehr glücklich war: Die Traditionalisten der alten Presa Canario-Linien fanden diese Namensänderung durch den FCI verständlicherweise alles andere als gut, da mit der Rassebezeichnung ebenfalls alte Wesensmerkmale eng miteinander verknüpft waren. Es kam wie es kommen musste: Ein Bruch innerhalb der Züchter der alten Presa-Blutlinien und der modernen Linien, die sich als Dogo Canarios bezeichnen. Neben der neuen „Nomenklatur“ der Rasse wurden ebenfalls vom FCI ein Rassestandard für den „Dogo Canario“ niedergeschrieben, welcher sehr eng und einheitlich ist, mit Schwerpunkt auf das äußerliche Erscheinungsbild des Hundes. Dies stand ebenfalls im Widerspruch zu dem Arbeitshund ”Presa Canario“ der in erster Linie als Gebrauchshund nach seinem Wesen beurteilt wurde. Bei dem „Presa Canario“ war ein zu eng gezogener Rassestandard nie erwünscht. Neben der neuen FCI-Bezeichnung „Dogo Canario“ und der traditionellen Bezeichnung „Presa Canario“ wird in einigen Zuchtlinien die Rassebezeichnung Alano verwendet. Der Alanao hat mit dem Dogo Canario und dem Presa Canario nur bedingt etwas zu tun. Hier wurden u.a. Terrier-Rassen (Pit, AmStaff und Dogo Argentino) eingezüchtet. Leistungsorientierte Dogo Canario- und Presa Canario-Züchter sind sich über eins einig: Der Dogo Canario (FCI) darf nicht zum Ausstellungshund degeneriert werden. Er ist von seiner Veranlagung ein „Arbeitshund“ mit vielen wertvollen Gebrauchshundeeigenschaften. Daher ist die Ausbildung und der Einsatz innerhalb unserer Leistungszuchten sehr wichtig und unabdingbar. Ob er hier als Presa Canario oder Dogo Canario bezeichnet wird ist im Rahmen seiner Wesensmerkmale und seinem Aussehen irrelevant. Wesen und Charakter stehen im Vordergrund: Treuer Familienhund, wachsamer Beschützer von Leben und Gut, sowie robuster Wach- und Schutzhund. Was unterscheidet Presa und Dogo Canario? Beim Vergleich des traditionellen Presa Canario mit der FCI geforderten Definition des Dogo Canario wird der aufmerksame Leser wie wir zu dem Schluss gelangen, dass es sich dabei nicht um die gleiche Rasse handelt. Beispiele: Neben dem Verbot bisher üblicher Farben und Farbvarianten, welche erst mit der Festschreibung von Standards, seit 1989 beim Presa diskutiert werden und im Dogo Standard aufgenommen wurden (z.B. schwarze Hunde, Hunde mit großen Weißanteilen, Hunde ohne schwarze Maske, etc.) und somit der Eingrenzung des Genpools beschreibt der Dogo Standard auch anatomisch einen anderen Idealtyp. So fördert der Dogo Standard mit der Begrenzung der Köpergröße (analog zum Presa Standard) bei ausschließlicher Festlegung eines Mindestgewichts von 40 Kg bei Hündinnen und 50 kg bei Rüden (Presa Standard: Hündinnen 40-50 kg, Rüden 45-57 kg) die typische Molosser-Übertreibung. Welche fatalen Folgen dies hat, kann man bei anderen molossoiden Rassen leicht nachvollziehen, faßförmige, teils niedrig gestellte, überladene und unproportionale Hunde. Ausstellungschampions werden in der Regel Hunde, die die traditionellen Leistungsanforderungen welchen den Presa einst bedingten nicht mehr erfüllen. Abhängig vom Genotyp der "Schönheits-Sieger", führt die Zucht rein auf die Morphologie auf Dauer zu gesundheitlichen und charakterlichen Problemen, zur Entfernung vom traditionellen Presa. Weiterhin toleriert der Presa Standard übergroße Tiere, solange die Proportionen und die Funktionalität erhalten bleibt. Der Dogo Standard erlaubt +/- 1 cm bei sehr typischen Rassevertretern. Der Presa verlangt einen wenig ausgeprägten Stop, im Dogo Standard ist diese Passage sehr indirekt formuliert. Der Dogo Standrad erlaubt hier einen definierten aber nicht abrupten Stop, eine Formulierung die viel Platz bspw. in Richtung Bullmastiff zulässt. Weitere Unterschiede, wie bspw. die im Dogo Standard wenig ausgeprägte Forderung nach einem temperamentvollen Wesen verstärken die Kluft die zw. Dogo und Presa definiert ist und sich in Zukunft verstärkt auftuen wird. Was spricht gegen eine Einkreuzung molossider Hunderassen? Im Bereich der Molosser existiert eine Vielzahl verschiedener Rassen. Hier ist der Presa als ein gesunder, noch nicht übertypisierter Vetreter mit sehr stabilem Genpool hervorzuheben. Allein schon deshalb verbietet sich die Einkreuzung anderer Molosserrassen, kann man doch im Regelfall gutes Material nur verschlechtern. Weiterhin bieten sich für verantwortungsvolle Züchter bei jeder Rasse genug Herausforderungen um mit Vernunft als oberstes Gebot die favorisierte Rasse nachhaltig zu verbessern. Mit der Vermischung verschiedener Rassen, die aufgrund unklarer Zuchtpolitik auf Dauer nicht mehr nachvollziehbar ist, wird die kontinuierliche Verbesserung einer Rasse unmöglich. Nicht zuletzt erschwert die "Mischlings-Problematik" in Deutschland eine Kooperation mit den Kanaren und dem spanischen Festland hinsichtlich züchterischer Ambitionen. Die Spanier jedenfalls schlagen ob den Verhältnissen in Deutschland (erfundene Rassebezeichnungen, gefälschte Papiere, Deklaration von Mischlingen als Presa, selbst geschriebene Rassestandards,...) nur noch die Hände über den Kopf zusammen, ernst nehmen können Sie Deutschland in Punkto Presa Canario Zucht bisher jedenfalls nicht. nig ausgeprägte Forderung nach einem temperamentvollen Wesen verstärken die Kluft die zw. Dogo und Presa definiert ist und sich in Zukunft verstärkt auftuen wird. Die historisch determinierten Rahmenbedingungen und Intentionen unter denen der Presa Canario entstand und auf dem spanischen Festland sowie den zugehörigen Kanarischen Inseln gezüchtet wird, definieren den traditionellen Presa Canario. Auch für ausgewiesene Freunde gelegentlicher Blutauffrisschung in der Hundezucht, ist die Einzüchtung heutiger Molosser in eine gesunde Population wie der des Presa Canario in Punkto Phänotyp, wie auch in Punkto Genotyp keine plausible Überlegung. Exemplare der Rassen Bordeaux Doggo, Mastino Napoletano, Bullmastiff, etc. sind heute längst nicht mehr mit ihren Vorfahren von vor 30-40 Jahren oder früher vergleichbar. Was ist der Presa Canario und wo liegen seine Ursprünge? Der Presa Canrio ist ein übermittelgroßer Hund vom brachezepalen (breitköpfigen) Typ. Er kann in die Gruppe der Molosser eingeordnet werden. Wobei der Begriff Molosser heute gemeinhin als Oberbegriff für große und breitköpfige Hundetypen gebräuchlich ist. Der Presa Canario stammt aus Spanien und den zugehörigen Kanarischen Inseln. Es gibt Stimmen die eine Ableitung der Bezeichnung der Inselgruppe vom Wort Cane (Hund) und somit die Bennung der Kanarischen Inseln nach der Rasse Presa Canario in Erwägung ziehen. Diese Herleitung ist aber keineswegs gesichert oder als sehr wahrscheinlich anzusehen. Der Presa Canario wird als einheitliche Rasse im heutigen Sinne seit rund 3 Jahrzehnten gezüchtet, wobei für traditionsorientierte Presa Züchter stets die Funktionalität als wichtigstes Zuchtkriterium bspw. vor der Auswahl nach bestimmten Farbvarianten stand und steht. Überhaupt besannen sich die nationalstolzen Bewohner der kanarischen Inseln erst Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wieder auf ihre alten Hundeschläge. In den 50er und 60er Jahren hatte u.a. die Einführung populärer Hunderassen, insbesondere des deutschen Schäferhundes, die traditionellen Rassen ins Abseits gedränkt. Die Ursprünge des Presa Canario allerdings liegen weiter zurück. Die ersten dokumentierten Erwähnungen auf den Kanarischen Inseln datieren aus dem 16. Jahrhundert. In den Rathaus-vereinbarungen von Teneriffa und Fuerteventura sowie in den Ordenanzen von Teneriffa wird von Jagdpackern gesprochen die dem Metzger zum Treiben der teils störrischen Rinder dienten. Diese Hunde wurden weiterhin zur Jagd und Ausrottung der verwilderten Hunde gezüchtet und trainiert, welche auf den Inseln großen Schaden insbesondere an den Schafherden anrichteten. Da es moderne Rassestandards und die einheitliche Zucht auf eine stärkere morphologische Übereinstimmung im Wesentlichen erst seit 150 Jahren gibt, muss man für die Hundezucht in vorangegangenen Jahrhunderten andere Bewertungskriterien als eine äußerliche Beschreibung annehmen. Hundezucht in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten war in den seltensten Fällen der Liebhaberei als viel mehr dem praktischen Nutzen geschuldet. Es wurden Hunde zur Jagd, zum Treiben von Tieren, zum Schutz der Viehherden, zum Bewachen von Haus und Hof, sowie zum Hundekampf gezüchtet. Wobei der Hundekampf vor allem auf den kanarischen Inseln eher der Befriedigung ideeller Ambitionen als bspw. dem Gelderwerb zugeordnet werden kann. Für die Jagd waren eine Vielzahl recht spezifischer Hundetypen von nöten. So unterschiedlich wie die Jagdbeute (Fuchs, Rotwild, Schwarzwild, etc.) und der Verwendungszweck (Aufspüren, Hetzen, Stellen, Packen) waren dann auch die Hunde im Wesen und im Körperbau. Auf den kanarischen Inseln sind insbesondere das Bewachen des häuslichen und höfischen Besitzes, der Schutz kleinerer Viehherden und ab dem 20. Jahrhundert auch der missbräuchliche Einsatz für Hundekämpfe, als relevante Aufgabengebiete zu nennen, für die der Presa Canario selektiert wurde. Weitere Verwendung fand der Presa Canario auch als Hund des fahrenden Schlachters. Bei diesem Einsatz musste sich der Hund in den Muffel des Bullen verbeißen, um diesen für den betäubenden Schlag des Schlachters mit einem schweren Hammer oder der stumpfen Seite der Axt völlig still zu halten. Als Ahnen des Presa Canario sind verschiedene spanische Doggenschläge und bedingt auch einige englische Bulldoggen, Mastiffs sowie mitteleuropäische Bullenbeißer zu sehen, die bei der Kolonialisierung auf den Inseln eingeführt wurden. Wichtig sind für die Rasse aber auch die ebenfalls von der iberischen Halbinsel stammenden Hirtenhunde wie der Perro de Ganado Majero (Bardino Majero). Bei allen klaren und nationalen Begrifflichkeiten waren dies sicher alle noch keine im heutigen Sinne reinen Hunderassen. Auch wurden ab Anfang des 20. Jahrhunderts vorrangig Bulldoggen, Bull Terrier, Deutsche Dogge und spanische Mastiffs eingezüchtet, da man sich hierdurch ein verbesserte Eignung für die neu entdeckte Leidenschaft des Hundekampfes versprach. Wichtig waren dabei stets eine gesunde Anatomie und ein temperamentvolles Wesen, welches die verschiedenen Einsatzgebiete erlaubte. Dementsprechend wurden die Hunde gezüchtet. So entstand mit der Zeit der Presa Canario, der aufgrund des Verschwindens seiner Verwendungszwecke und der bereits erwähnten Einführung aktuell populärer Hunderassen, in den 60er/70er Jahren des 20. Jahrhunderts fast ausstarb. Einige Enthusiasten belebten diesen Hundeschlag neu, wobei größter Wert auf das Wesen und die Anatomie gemäß der alten Tätigkeitsfelder des Presa Canario gelegt wurde. Auch heute noch muss ein Presa Canario im traditionellen Sinne ein gesundes Wesen (temperamentvoll aber offenen und vielseitig konditionierbar) und einen gesunden Körperbau aufweisen. Um Inzuchtdegeneration zu vermeiden wurden bei der Wiederbelebung des Presa Canario wieder Importhunde verwendet. Von einem Presa Canario als einheitliche Rasse mit stabilem Genpool kann daher erst seit etwa 30 Jahren gesprochen werden. In diesen drei Dekaden entstanden mehrere Rassestandards wobei bis auf Nuancen (1 cm mehr oder weniger Schulterhöhe, manche Farbvariationen gewünscht, bzw. nicht gewünscht, o.ä.) aufgrund der hohen Bedeutung des temperamentvollen Charakters und der Funktionalität des Presa Canario von der Zucht des traditionellen Presa Canario gesprochen werden kann. Andere Kriterien wie bspw. die Forderung nach einer dunklen Maske oder der kurzzeitig diskutierte Verzicht auf Hunde mit schwarzen Fell traten demgegenüber in den Hintergrund, bzw. wurden von den traditionsorientierten Presa Züchtern nie anerkannt. Wie alt werden Vertreter der Rasse Presa Canario? Im Schnitt zwischen 10-15 Jahren. Woher bekommt man einen guten Presa Canario? Auf den Kanarischen Inseln, wie auch auf dem spanischen Festland existiert sicher die größte Anzahl guter Vertreter des traditionellen Presa Canario. Aber auch in Deutschland gibt es verantwortungsvolle Züchter die dem ursprünglichen Rassetyp die Treue halten. Kann der Presa Canario als Familienhund gehalten werden? Aufgrund des ausgeglichenen Wesens sowie der hohen Reizschwelle ist der Presa Canario auch ein angenehmer Hausgenosse. Grundsätzlich braucht die Rasse Beschäftigung und sollte gefördert und gefordert werden. Der Presa Canario ist sicher kein Hund für jedermann aber auch kein schwieriger Vertreter der Spezies Hund. Aktive Halter, die mit Hunden umzugehen wissen und einen starken Partner wie den Presa Canario konsequent erziehen und beschäftigen, können sich kaum einen besseren Begleiter wünschen. |
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